Die Jungen wilden Inline Skater stürmen nach vorne

 

Das etwas andere Inline Skating:

Martha Kosz, von Geburt an blind, wohnt in Nürnberg-Langwasser und besucht seit 13 Jahren die Schule des Bildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte.

„Durch meine Blindheit gibt es natürlich das eine oder andere „kleine“ Problem, aber trotzdem habe ich mich nie davon abhalten lassen, meinen Körper in Bewegung zu halten“, sagt die junge Frau. Irgendwann hatte sie alles ausprobiert und wollte nun etwas Interessantes, Aufregenderes und Abenteuerlicheres machen als die normalen Sportarten für Blinde.

Von Freunden hatte sie von der neuen Sportart „Skaten“ erfahren. Ihre ängstlichen Eltern (...oh Gott, mein Kind, wenn dir was passiert, wenn du hinfällst...“) hatte sie bald überzeugt, dass sie ein paar der „heißen Roller“ brauchte. Kaum da, wurden sie abgetastet, umgeschnallt und an der Hand der Mutter ausprobiert. Doch die Mutter wurde – nachdem Martha Kosz herausgefunden hatte,

sich richtig zu bewegen – schnell zu langsam.

Volker Springhart, Heimleiter der Blindenanstalt, hat das Talent der jungen Sportlerin Martha Kosz schnell erkannt. Zuerst übte sie in den großzügigen Fluren des Kellers. Dann ging er mit ihr aus der geschützten Umgebung ins Freie. „Jede Verbesserung der Fahrtechnik und jedes Lob von Volker Springhart hat mich mehr motiviert. Wir haben immer mehr trainiert, geübt, verbessert“, erzählt Martha Kosz. Anfangs noch an der Hand ihres Trainers im freien Gelände, fand sie bald den Mut, allein zu fahren, der Trainer immer neben ihr. „Er hat aufgepasst, dass nichts im Weg liegt.“ Als Martha Kosz auch das zu langweilig wurde, kam die erste große Herausforderung: Mitfahren bei der  Nürnberger Blade Night . „Das war ein Erlebnis, mit

4000 Skatern auf der Straße 15 km durch Nürnberg zu rollen“, erzählt die begeisterte .Sportlerin Einige Monate später ging es zum cSc capp-Sport-cup „gemeinsam rollt’s“

der E & B Weik-Stiftung in Langenfeld nach München. „Nach 40 km Skatestrecke und 2 ¼ Stunden war ich echt froh, als ich im Bett lag, aber ich freute mich insgeheim schon auf das nächste Mal.“  Sie möchte das Skaten nicht mehr missen. Die anfängliche Hemmschnelle und die Angst vor einem Sport, der eigentlich für Sehende ist, war geschwunden. „Ich kann es jedem Blinden nur empfehlen, das Inline Skaten auszuprobieren, genauso ein tolles Gefühl im Bauch zu haben wie ich, durch die Welt zu gleiten und sie mal ganz anders zu empfinden.“

Martha Kosz bereitet sich zur Zeit in den  Kellerfluren der Blindenanstalt Nürnberg auf

ihren nächsten großen Start  bei „gemeinsam rollt´s“ am 1. Juni 2003 an der Olympia- Regatta Strecke in München vor.

 

 

 

 

Tanja Maul das Bewegungstalent:

15 Jahre ist sie alt und voller Mut und Elan: die blinde Tanja Maul, 1988 in Russland stark

sehbehindert geboren; sie sieht nur noch hell/dunkel.

Seit 1998 ist Tanja an der Blindenschule in Nürnberg und wohnt auch dort. „Seit ungefähr drei Jahren gehört das Skaten zu meinen liebsten Hobbys, voriges Jahr habe ich zum erstenmal am capp-Sport-cup teilgenommen“, sagt die Schülerin. Ihr blinder Gruppenkollege Johannes sei schon mehrmals dabei gewesen, und durch seine Erzählungen habe sie Lust bekommen, ebenfalls mitzufahren. „Meine Erzieherin war von dieser Idee begeistert, und von da an trainierten wir mindestens zweimal die Woche“, berichtet Tanja. Volker Springhart stellte ihr super tolle fast neue K2-Skates zur Verfügung. Damit machte Tanja das Training doppelt soviel Spaß. „Bei jedem Training steigerten wir uns um eine Runde mehr.“ Schließlich rückte der wichtige Tag immer näher, Tanja habe die Nacht vorher nicht schlafen können, so nervös sei sie gewesen. Am Sonntag, ging es los zum ersten Lauf beim 3. cSc in München. „Um 11 Uhr starteten alle, die 5 km, 10 km oder 25 km fuhren. Da waren es schon 30° im Schatten.“ Das Fahren in der Hitze sei anstrengend gewesen, aber die erste Runde sei gut verlaufen. Dann hätte sie Seitenstechen bekommen, sei aber ohne Pause weiter gefahren. „Zum Schluss passierte noch ein Missgeschick, ich stolperte und landete auf allen Vieren.“ Sie sei aber sofort aufgestanden und weitergefahren und war sehr erleichtert, die 10 km an der Hand ihrer Erzieherin geschafft zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle wollen einmal so schnell werden wie Thorsten und Björn Oltmer aus Grefrath.